Homöopathie:

Einleitung

Die Homöopathie ist eine Methode der Ganzheitsmedizin, genau gesagt eine Regulationstherapie. Alle Erkrankungen, bei denen der Organismus auf einen Reiz reagieren und gegensteuern kann, sind daher einer homöopathischen Therapie zugänglich.

Die Homöopathie regt durch feinste Reize die gestörten Selbstheilungskräfte des Kranken an. Sie verwendet Arzneien aus dem Pflanzen-, Tier- und Mineralreich, die in potenzierter Form angewendet werden.

Arzneien potenzieren heißt, sie mehrfach verdünnen und verschütteln bzw. verreiben. Dadurch werden sie energetisch verstärkt bzw. dynamisiert.

In der klassischen Homöopathie werden die Arzneien als Einzelmittel verordnet, nicht als Komplexmittel (aus mehreren Arzneien zusammengesetzte Mittel, die nach schulmedizinischen Diagnosen zur Symptomenbehandlung verschrieben werden können).

Die Verordnung erfolgt nach der Ähnlichkeitsregel Similia similibus curentur = Heile Ähnliches mit Ähnlichem: Eine Arznei heilt jene Beschwerden an Kranken, die denen ähnlich sind, welche sie selbst an gesunden Menschen hervorrufen kann.

Die Arznei wird individuell für den Patienten ausgesucht und berücksichtigt neben seinen körperlichen Beschwerden auch seelisch-geistige, konstitutionelle, soziale und umweltbedingte Faktoren.

 


Die homöopathische Behandlung

erfolgt nach einem ausführlichen Erstgespräch (Anamnese), das ca. 1-2 Stunden dauert.
Dabei wird ein möglichst genaues Bild des Patienten erhoben:

Diese umfassende Anamnese ergibt zusammen mit der körperlichen Untersuchung und ev. erhobenen Befunden ein individuelles Bild des Patienten, für das nach den Prinzipien der Ähnlichkeitsregel eine Arznei gefunden werden kann.

Akute Beschwerden verschwinden oft schon innerhalb von Minuten bis Stunden. Bei chronischen Leiden wird eine Langzeitbehandlung notwendig sein.

 


Aus der Geschichte

Begründer der Homöopathie war der deutsche Arzt und Chemiker Dr. Samuel Hahnemann.


Samuel Hahnemann,
*) Meißen 10.4.1755, †) Paris 2.7.1843

Dr. Hahnemann erkannte in einem Selbstversuch mit Chinarinde - Cortex Chinae (altperuanisch Kina = Rinde) mit dem Hauptbestandteil Chinin - ganz zufällig, dass er nach deren Einnahme Anfälle von Wechselfieber, ähnlich der Malaria, bekam, Symptome, die eigentlich mit dieser Arznei geheilt wurden.

Aus diesen ersten Beobachtungen entstand in weiterer Folge Dr. Hahnemann’s Heilsatz:

 


"Similia similibus curentur"
(Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt)

Er begann pflanzliche, mineralische und tierische Stoffe auf ihre Wirkung am gesunden Menschen zu überprüfen und Reaktionen, Symptome und Wirkungen genauestens aufzuzeichnen. Damit waren die ersten Arzneimittelprüfungen durchgeführt.

Das Ergebnis einer Arzeneimittelprüfung ist das Arzneimittelbild, das die Grundlage der homöopathischen Behandlung von Krankheiten bildet. Es ist die Summe aller körperlichen und seelischen Veränderungen, die bei Einnahme eines Arzneimittels in ungiftiger Dosierung beobachtet werden, ergänzt durch Symptome aus der Toxikologie (=Vergiftungslehre).

 


Zubereitung homöopathischer Arzneien

Dr. Hahnemann beobachtete, dass bloßes Verdünnen nur eine schwache oder gar keine Wirkung zeigte. Er begann zu verdünnen und kräftig zu schütteln, den Vorgang nannte er „Dynamisieren“, was heute als Potenzieren bezeichnet wird.

Die verwendeten Grundstoffe für homöopathische Arzneimittel sind Pflanzen, tierische Produkte und Mineralien.

Feste Grundstoffe, wie Mineralien, werden in einem Mörser feinst verrieben (Verreibung). Bei flüssigen Zubereitungen kommen von Hand verdünnte und verschüttelte Grundstoffe zur Anwendung.

In beiden Fällen muss streng nach homöopathischen Herstellungsvorschriften gearbeitet werden. Die Verdünnung erfolgt in mehreren Arbeitsgängen, jeden Verdünnungsschritt beschließen sogenannte "Schüttelschläge".

Durch spezielle Auszugsverfahren werden zuerst die Urtinkturen gewonnen.
Diese werden danach durch Potenzierung in Dezimalpotenzen (D) übergeführt. Dezimalpotenz bedeutet, dass 1 Teil Urtinktur mit 9 Teilen verdünntem Alkohol geschüttelt wird, es entsteht die erste Dezimalpotenz D1.

Nimmt man von D1 wieder 1 Teil, verdünnt ihn mit 9 Teilen Alkohol und verschüttelt, erhält man die zweite Dezimalpotenz D2 .

Diesen Vorgang kann man beliebig oft wiederholen. Bei D10 z.B. wurden zehn Verdünnungen der Urtinktur vorgenommen.

Es kommen auch andere Verdünnungsmethoden zur Anwendung, etwa 1 zu 100 ergibt die C Potenzen, LM (auch Q genannt) Potenzierung erfolgt in Schritten zu 50000.

Die Höhe und Art der vom Arzt gewählten Potenz richtet sich nach der Art der Erkrankung und der Persönlichkeit des Patienten

Durch die stufenweise Verschüttelung oder Verreibung werden die Arzneigrundstoffe zwar verdünnt, ihre Heilkräfte dadurch aber aufgeschlossen und verstärkt. Deshalb werden Hochpotenzen als Einzelgaben meist in der Ordination gegeben, niedrige Potenzen (bis ca D oder C30) für regelmäßige Einnahme verschrieben. Selbst Stoffe, die in unverdünnter Form ohne heilende Wirkung oder sogar giftig sind, werden durch Potenzieren in Arzneimittel umgewandelt.

 


Krankheit im homöopathischen Sinn

Aus homöopathischer Sicht werden Krankheitssymptome nicht als die eigentliche Krankheit angesehen. Sie gelten vielmehr als Ausdruck eines gestörten inneren Gleichgewichtes. Sie sind Anzeichen dafür, daß der Körper versucht, mit seinen Abwehrkräften die eigentliche Krankheit selbst zu bekämpfen.

Ein homöopathisches Arzneimittel unterstützt den Körper, diesen natürlichen Abwehrmechanismus zu verstärken. Die Selbstheilungskräfte werden angeregt.


Die Arzneimittelwahl

ergibt sich aus den beobachteten Krankheitssymptomen, die mit den Symptomen aus dem Arzneibild des auszuwählenden Mittels Ähnlichkeit haben müssen.

Homöopathische Arzneimittel sind als Tropfen (Dilutionen), Streukügelchen (Globuli) und in Verreibungen (Triturationen) erhältlich, aber auch als Tabletten, Ampullen, Salben, Zäpfchen und Einreibungen .Tropfen enthalten als Arzneimittelträger verdünnten Alkohol, also ein Wasser-Alkoholgemisch .

Homöopathische Arzneimittel werden in der klassischen Homöopathie als Einzelmittel gegeben, gelegentlich wird eine zweite Arznei ergänzend verschrieben.

Einzelmittel sind Arzneien aus in der Natur vorkommenden Stoffen, die alleine und nicht kombiniert mit anderen Arzneistoffen verabreicht werden.
Kombinationspräparate enthalten mehrere homöopathische Einzelmittel, welche ähnliche Wirkungen auf den Organismus haben und sich in ihrem Arzneimittelbild ergänzen. Sie können für die Selbstbehandlung und organbezogene Diagnosen sinnvoll sein, entsprechen aber nicht den Gesetzen der klassischen Homöopathie!

 


Anwendung und Anwendungsgebiete

Die Homöopathie ist für die Behandlung akuter und chronischer Krankheiten geeignet, die durch Unterstützung der körpereigenen Regulationsmechanismen beeinflusst werden können.

Einige Beispiele:


Zustände, bei denen eine Selbstregulation nicht möglich ist, müssen schulmedizinisch behandelt werden.
Durch Einsatz der Homöopathie wird diese Behandlung aber zusätzlich unterstützt, bzw der Krankheitsverlauf gemildert und verkürzt.
Auch Nebenwirkungen verschiedener Medikamente werden teils drastisch reduziert.

Einige Beispiele dazu:

 


Homöopathie und Schulmedizin

sind keine Gegensätze, sie können und sollen einander sinnvoll ergänzen.
Eine medikamentöse Behandlung ist oft notwendig. Bei chronischen Krankheiten kann man, wenn die homöopathische Therapie erfolgreich ist, Medikamente oft reduzieren oder auch weglassen.
Dies sollte jedoch nie ohne Rücksprache mit dem verschreibenden Arzt erfolgen.
Cortison und Antibiotika sind bei manchen Krankheiten ebenfalls unbedingt erforderlich.
Eine zusätzliche homöopathische Therapie ist trotzdem sinnvoll. Sie unterstützt die medikamentöse Behandlung und mindert deren Nebenwirkungen.

 


Die Einnahme homöopathischer Arzneien

soll in zeitlichem Abstand zu Medikamenten, aber auch zu Speisen und Getränken erfolgen.

Da die Arzneien großteils über die Mundschleimhaut aufgenommen werden, sollen sie möglichst lange im Mund behalten (gelutscht) werden.
Tropfen werden entweder direkt auf die Zunge getropft (schmecken scharf, da alkoholhaltig) oder in einem Glas mit wenig Wasser verdünnt und getrunken.
Auch Globuli können bei akuten Zuständen in einem Glas Wasser aufgelöst und schluckweise über mehrere Stunden eingenommen werden.
Wichtig: Homöopathische Arzneien dürfen nicht mit Metallen in Verbindung gebracht werden (Glas oder Plastiklöffel verwenden).

Homöopathische Arzneimittel sollen für Kinder unerreichbar, gut verschlossen, kühl (aber nicht im Kühlschrank) und vor direkter Lichteinwirkung geschützt, und keinesfalls neben Strahlungsquellen (Fernseher, Computer etc.) aufbewahrt werden.

 


Nebenwirkungen

Am Anfang einer homöopathischen Behandlung kann sich manchmal eine Erstreaktion einstellen. Der Kranke verspürt eine Überreaktion, die Beschwerden nehmen vorrübergehend zu. Dies ist harmlos und sogar als positiv zu werten. Das richtige homöopathische Arzneimittel wurde ausgewählt!.
Es wird allerdings eine Rücksprache mit Ihrem Homöopathen empfohlen.

Bei zu häufiger und zu langer Einnahme einer homöopathischen Arznei können, wie bei einer Arzneimittelprüfung, Symptome auftreten, die für die betreffende Arznei typisch sind. Diese verschwinden nach Absetzen der Arznei, können aber auch durch das Verabreichen eines Gegenmittels behandelt werden.


Die homöopathische Selbstbehandlung

Bei akuten Krankheiten, die keiner ärztlichen Behandlung oder Abklärung bedürfen, können Sie mit der Homöopathie rasch und gefahrlos Abhilfe schaffen. Zu diesem Zweck gibt es auch fertig zusammengestellte homöopathische Hausapotheken mit kurzen Beschreibungen der enthaltenen Arzneien.
Bei Selbstmedikation ist die Einnahme von Niedrigpotenzen ( nicht über C30 ) ratsam.

Wenn es nach kurzer Zeit zu keiner Besserung kommt, zögern Sie nicht, sich an Ihren (homöopathischen) Arzt zu wenden.

Bei chronischen Krankheiten ist eine Selbstbehandlung auf keinen Fall ratsam.

 


 



Wie nehme ich homöopathische Medikamente ein?

Einnahme homöopathischer Mittel bei akuter Erkrankung

 

·       3 Kügelchen in ein halbes Glas Wasser geben, mit einem Plastiklöffel umrühren, bis sie sich aufgelöst haben.

·       Alle 2 Stunden  einem  Teelöffel einnehmen; die Flüssigkeit nicht sofort hinunterschlucken, sondern kurze Zeit im Mund behalten. Vor der Einnahme die Flüssigkeit 10 mal umrühren .

·       Sobald entscheidende Besserung eintritt, die Einnahme beenden.

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Halten Sie bitte möglichst bei der Einnahme Abstand von Essen, Trinken, Zähne putzen, eine halbe Stunde vorher und nachher genügt.

Meiden Sie in während der Mittelgabe Kaffee, Kampfer, Kamille; Chinin, Pfefferminze, hochätherische Öle sowie andere Medikamente (nach Absprache mit mir).

Bewahren Sie die Flasche oder Kügelchen  trocken und kühl auf, nicht in der Nähe elektromagnetischer Felder (TV, Computer, Trafos für Halogenlampen; Mikrowelle Kühlschrank u.ä.).

 


Einnahme homöopathischer Mittel in der Schüttelflasche

 

·       3 Kügelchen in eine 30 ml Tropfflasche (in der Apotheke oder evt Spinnrad erhältlich) geben; mit zugefügtem  abgekochtem und abgekühltem Wasser auflösen, Flasche ca halb auffüllen. Eine geringe Menge Alkohol ( klaren Schnaps oder ähnliches) hinzugeben, so daß im oberen Teil der Flasche noch etwas Raum zum Schütteln bleibt.

·       Jeden Tage 5 Tropfen auf einem  Teelöffel einnehmen.

Vor jeder  Einnahme die Flasche 10 mal kräftig  schütteln. 

 

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Halten Sie bitte mit der Einnahme Abstand von Essen, Trinken, Zähne putzen : eine halbe Stunde vorher und nach genügt.

Meiden Sie in den ersten Wochen nach der Mittelgabe möglichst weitgehend Kaffee, Kampher, Kamille; Chinin, Pfefferminze, hochätherische Öle sowie andere Medikamente(nach Absprache mit mir).

Bewahren Sie die Flasche oder Kügelchen  trocken und kühl auf, nicht in der Nähe elektromagnetischer Felder (TV, Computer, Trafos für Halogenlampen; Mikrowelle Kühlschrank u.ä.).  

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